Der Stadtteil

Über Koblenz-Neuendorf

Koblenz-Neuendorf ist ein linksrheinischer Stadtteil im Norden von Koblenz, eingebettet zwischen Lützel und Wallersheim direkt am Rhein. Aus dem kleinen Rheinuferdorf, das 1289 erstmals als „Nova Villa“ – das neue Dorf – urkundlich erwähnt wurde, ist heute ein lebendiges Wohnviertel mit rund 6.000 Einwohnern geworden.

Trotz dichter Besiedlung hat sich Neuendorf mancherorts seinen dörflichen Charme bewahrt: Verwinkelte Gassen führen zum Fluss, über den Dächern ragt die Silhouette der Pfarrkirche St. Peter empor. Gleichzeitig prägen moderne Wohnhäuser und eine multikulturelle Gemeinschaft das Bild – ein Mix aus Tradition und Gegenwart, der dem Viertel sein Flair gibt.

Historischer Hintergrund

Geschichte des Stadtteils

Koblenz-Neuendorf am Rhein

Neuendorf – linksrheinisches Viertel direkt am Strom

Über Jahrhunderte lebte Neuendorf vom Rhein: Landwirtschaft, Weinbau und Fischfang prägten den Alltag, bis ins 18. Jahrhundert wurde an den Hängen Wein angebaut. Die Lage am Strom ließ zudem das Flößergewerbe florieren – Holzflöße machten den Ort zum Umschlagplatz. Bereits seit dem 14. Jahrhundert zählten die Einwohner zu den Bürgern der Stadt Koblenz.

Eng war stets die Beziehung zum benachbarten Lützel: Als Lützel 1688 im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstört wurde, nahm Neuendorf die obdachlosen Nachbarn auf. Im frühen 18. Jahrhundert entstand anstelle einer älteren Kapelle die katholische Pfarrkirche St. Peter (1725 vollendet), bis heute das Wahrzeichen des Viertels. 1812 wurde am Rheinufer der „Hüttchesbaum“ gepflanzt, eine Linde, die inzwischen über zwei Jahrhunderte gesehen hat.

Nach dem Übergang des Rheinlands an Preußen um 1815 entstanden auf Neuendorfer Gemarkung Teile der Festungsanlagen (etwa die „Neuendorfer Schanze“). 1857 wurde der Ort aus dem Koblenzer Stadtverband gelöst und der Bürgermeisterei St. Sebastian angegliedert – am 1. Juli 1891 folgte gemeinsam mit Lützel die endgültige Eingemeindung nach Koblenz.

1937 siedelte sich mit Stabilus ein großes Industrieunternehmen an. Nach dem Krieg entstanden westlich des Wallersheimer Wegs neue Wohnblocks und zwei markante Hochhäuser. Die Rheinnähe brachte immer wieder Hochwasser – erst mit den Hochwasserschutzanlagen ab 2010 ist der Ortskern weitgehend sicher. Über das Förderprogramm „Soziale Stadt“ wurden zuletzt Plätze aufgewertet; 2022 eröffnete ein neues Gemeinschaftszentrum im Herzen des Viertels.

Alltag & Versorgung

Infrastruktur & Verkehr

🚌
Verkehrsanbindung
Über die B9 in wenigen Minuten ins Zentrum oder auf die A48 Richtung Bonn/Köln und Rhein-Main. Mehrere Buslinien durchqueren das Viertel; im benachbarten Lützel liegt ein Regionalbahnhof in Laufnähe. Zu Fuß am Rhein entlang sind es rund 30 Minuten in die Altstadt.
🛒
Einkauf
Großer Supermarkt und zahlreiche Geschäfte im Ortskern und entlang des Wallersheimer Wegs, dazu Bäckereien, Metzgereien und ein türkischer Supermarkt. Größere Zentren in der Innenstadt oder im Gewerbegebiet im Norden.
🏥
Gesundheit
Apotheke und Arztpraxen im Stadtteil sichern die Grundversorgung. Mehrere Krankenhäuser liegen in kurzer Entfernung, darunter das Brüderhaus und das Bundeswehrzentralkrankenhaus.
🎓
Bildung
Zwei Kitas im Viertel, dazu die Willi-Graf-Grundschule – die größte Grundschule in Koblenz, 2019 in einen Neubau umgezogen. Eine Realschule Plus vor Ort führt bis zur Mittleren Reife; Gymnasien und Gesamtschulen sind per Bus schnell erreichbar.
🍽️
Gastronomie
„Zur alten Brauerei“ direkt am Rheinufer – restauriertes Brauhaus mit großem Biergarten und deutscher Küche. Dazu ein beliebtes syrisches Restaurant, Pizzeria, Imbisse, Cafés und familiengeführte Bäckereien.
Sport & Vereine
Der TuS Neuendorf (gegr. 1911) – später TuS Koblenz, zeitweise 2. Bundesliga – hat hier seine Wurzeln. Dazu Turn- und Sportverein, Tennis, Tischtennis und Schießsport sowie Kurse im Gemeinschaftszentrum.
Marktdaten Q2/2026

Immobilienpreise Neuendorf

Neuendorf hält eine breite Palette bereit – vom Häuschen in den Altgassen bis zur modernen Etagenwohnung. Der historische Ortskern nahe St. Peter ist von älteren, teils denkmalgeschützten Bauten geprägt: kleine Häuser ehemaliger Winzer und Fischer neben Nachkriegsgebäuden der 1950er und 60er Jahre. Westlich des Wallersheimer Wegs dominieren Mehrfamilienhäuser und zwei elfstöckige Wohnhochhäuser; ein großer Teil dieses Bestands wird von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft verwaltet, was für vergleichsweise erschwingliche Mieten sorgt.

ObjektartØ Preis / m²CharakterTendenz
Wohnimmobilien gesamt<\/td>~2.980 €<\/td>mittleres bis unteres Koblenzer Niveau→ stabil
Einfamilien-/Reihenhaus~3.171 €je nach Zustand und Lage, meist solide Nachkriegsbauten→ stabil
Eigentumswohnung<\/td>~2.788 €<\/td>Einstiegssegment, für kleinere Budgets↑ leicht gestiegen
ETW saniert / Neubaubis ca. 3.000 €modern ausgebaut, Spitzenpreise mit Rheinblick darüber↑ gefragt
Mikrolage Altortüber Stadtteilschnittmalerisches Ambiente, zentrale Lage im Viertel↑ gefragt

Die Preise sind in den letzten Jahren leicht gestiegen und haben sich zuletzt auf stabilem Niveau eingependelt. Entscheidend ist die Mikrolage: Im alten Ortskern zahlen Käufer für Ambiente und zentrale Lage etwas mehr, in den großen Wohnsiedlungen am Westrand liegen die Quadratmeterpreise tendenziell niedriger. Insgesamt ein bodenständiges Marktumfeld ohne extreme Preissprünge – und eine der realistischen Chancen auf Wohneigentum in Koblenz.

Hinweis: Ø-Quadratmeterpreise laut ImmoScout24 Preisatlas (Stand Q2/2026); alle übrigen Angaben sind Richtwerte. Für eine kostenlose, präzise Bewertung Ihrer Neuendorfer Immobilie stehen wir gerne zur Verfügung.

Was Neuendorf einzigartig macht

Besonderheiten des Stadtteils

  • 19 Gassen zum Rhein: Kein anderer Ort am Mittelrhein hat so viele Zugänge zum Fluss – ein Erbe der Fischer- und Flößervergangenheit, auf das die Neuendorfer stolz sind.
  • St. Peter: Die 1725 vollendete Pfarrkirche mit weithin sichtbarem Turm ist Wahrzeichen und Mittelpunkt des Gemeindelebens.
  • Flößherrenhaus: Ein Herrenhaus aus dem 17. Jahrhundert erinnert an die Zeit der Flößerei; dazu alte Hofanlagen und Fachwerkhäuser.
  • Multikulturelles Miteinander: Alteingesessene Familien und zugezogene Nachbarn prägen ein offenes Viertel – türkischer Lebensmittelladen, arabisches Café und deutsche Metzgerei Tür an Tür.
  • Gemeinschaftszentrum (2022): Am Pfarrer-Friesenhahn-Platz bündeln Beratungsstellen, Kursräume und Treffpunkte für Jung und Alt das Quartiersleben.
  • Karnevalshochburg: Die „Rheinfreunde 1845“ sind die älteste Karnevalsgesellschaft der Stadt Koblenz und organisieren den Umzug am Karnevalssonntag.
Unser Fazit

Für wen ist Neuendorf geeignet?

Neuendorf ist der Stadtteil für alle, die stadtnah und bezahlbar wohnen wollen und dabei Wert auf eine echte Nachbarschaft legen. Familien finden Kitas, die größte Grundschule der Stadt und eine Realschule Plus vor Ort; Erstkäufer finden hier eine der wenigen realistischen Chancen auf Wohneigentum in Koblenz. Wer gehobene Lagen, große Gärten oder ein ruhiges Villenviertel sucht, wird anderswo eher fündig.

Neuendorf auf einen Blick
Besonders geeignet für
  • Familien (Kitas, größte Grundschule Koblenz', Realschule Plus)
  • Erstkäufer & junge Paare (moderates Preisniveau)
  • Berufstätige & Pendler (B9, A48, Bus, Lützeler Bahnhof)
  • Senioren (kurze Wege, Gemeinschaftszentrum, Rheinpromenade)
  • Kapitalanleger (stabile Nachfrage, günstiger Einstieg)
Weniger geeignet, wenn...
  • Sie einen großen eigenen Garten erwarten (dichte Bebauung)
  • Sie eine gehobene, ruhige Villenlage suchen
  • Sie Neubau-Einfamilienhäuser in größerer Auswahl wollen
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